Frühstartrente 2026/2027: 10 Euro im Monat fürs Kind – was Eltern jetzt wissen müssen
RatgeberAltersvorsorge
Altersvorsorge

Frühstartrente 2026/2027: 10 Euro im Monat fürs Kind – was Eltern jetzt wissen müssen

Die Bundesregierung plant ein Startkapital für die Altersvorsorge der jungen Generation. Wer voraussichtlich profitiert, wie das Depot funktionieren soll – und welche Fragen bis zum Gesetz noch offen sind.

Baumgaertner Versicherungen 18. August 2026 11 Min. LesezeitKI-unterstütztKI-TransparenzhinweisDieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.Mehr erfahren →
Alle Artikel

10 Euro im Monat vom Staat – vom sechsten Geburtstag bis zur Volljährigkeit. Die Frühstartrente soll Kindern ein eigenes Startkapital für die Altersvorsorge geben. Der Kabinettsbeschluss liegt vor, das Gesetzgebungsverfahren läuft. Was Familien zum geplanten Start 2027 schon wissen sollten.

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind wird sechs Jahre alt – und der Staat beginnt, jeden Monat 10 Euro für dessen Altersvorsorge anzulegen. Kein Geschenk, das nach ein paar Jahren verbraucht ist, sondern ein langfristig angelegtes Startkapital. Genau das plant die Bundesregierung mit der Frühstartrente. Am 12. August 2026 hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf beschlossen. Für Familien ist das eine bemerkenswerte Nachricht. Zugleich gilt: Das Gesetz ist noch nicht endgültig beschlossen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf das, was bereits fest im Entwurf steht – und auf die Punkte, die im parlamentarischen Verfahren noch geändert werden können.

Was ist die Frühstartrente?

Die Frühstartrente ist nach dem Regierungsentwurf kein Teil der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie soll ein eigenständiges Instrument der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge werden. Der Bund möchte für anspruchsberechtigte Kinder ab dem sechsten Geburtstag bis zur Volljährigkeit monatlich 10 Euro in ein Altersvorsorgedepot einzahlen. Die Idee dahinter: Wer sehr früh beginnt, kann von einem besonders langen Anlagezeitraum und dem Zinseszinseffekt profitieren.

Zahlen & Fakten

Wichtig zum Stand 18. August 2026: Das Bundeskabinett hat den Regierungsentwurf beschlossen. Bundestag und Bundesrat müssen das Vorhaben noch beraten. Die Frühstartrente ist daher noch kein geltendes Recht. Im Artikel verwenden wir bewusst Formulierungen wie „soll“ und „geplant“ – einzelne Regeln können sich noch ändern.

Langfristig denken statt kurzfristig rechnen: Die Frühstartrente soll Kindern ein erstes Kapitalpolster für das Alter geben.
Langfristig denken statt kurzfristig rechnen: Die Frühstartrente soll Kindern ein erstes Kapitalpolster für das Alter geben.

Der geplante Zeitplan: Für wen soll es losgehen?

Der Start ist nach aktuellem Regierungsentwurf schrittweise vorgesehen. Der Jahrgang 2020 soll rückwirkend für das Jahr 2026 berücksichtigt werden. Ab 2027 soll jeweils der Jahrgang hinzukommen, dessen Kinder gerade sechs Jahre alt werden. In der Mitteilung des Bundesfinanzministeriums werden für den Start 2027 die Jahrgänge 2020 und 2021 genannt. Entscheidend bleibt: Erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens stehen die Regeln endgültig fest.

Geplante RegelWas sie für Familien bedeutetStand
10 € monatlich120 € Förderung pro vollem JahrRegierungsentwurf
FörderzeitraumVom sechsten Geburtstag bis zur VolljährigkeitRegierungsentwurf
StartAb 2027; Jahrgang 2020 rückwirkend für 2026 vorgesehennoch nicht endgültig
Eigener VertragEltern sollen ein individuelles Altersvorsorgedepot bei einem zugelassenen Anbieter eröffnen könnenRegierungsentwurf
Kein eigenes DepotDie Förderung soll in eine staatliche kollektive Anlage fließenRegierungsentwurf
AuszahlungGrundsätzlich nicht vor dem 65. LebensjahrRegierungsentwurf

Tipp

Verwechseln Sie zwei Reformen nicht: Die Frühstartrente richtet sich an Kinder. Das bereits beschlossene Altersvorsorgedepot ab 2027 betrifft die geförderte private Altersvorsorge Erwachsener und die Nachfolge der klassischen Riester-Rente. Beide Modelle sollen künftig ineinandergreifen – sind aber nicht dasselbe.

Wie soll das Depot funktionieren?

Vorgesehen ist ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot. Das Geld soll also nicht unverzinst auf einem Konto liegen, sondern am Kapitalmarkt angelegt werden. Für individuelle Verträge sieht der Entwurf ein Standarddepot vor: Es soll einfach verständlich sein, einen Effektivkostendeckel von 1 Prozent pro Jahr haben und bis zur Volljährigkeit ohne Abschluss- und Vertriebskosten auskommen. Die staatlichen Beträge soll die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen auszahlen; sie kennt viele Familien bereits aus dem Riester-Verfahren.

Eltern sollen den Vertrag bei einem zugelassenen Anbieter eröffnen können. Wird kein individuelles Depot eingerichtet, soll die Förderung nach den Plänen der Bundesregierung trotzdem nicht verloren gehen: Dann ist eine kollektive Anlage am Kapitalmarkt vorgesehen, die von der Deutschen Bundesbank verwaltet werden soll. Das Recht, dieses Startkapital später in einen eigenen Vorsorgevertrag zu übertragen, soll bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres bestehen.

Wichtig zu wissen

Ein Depot am Kapitalmarkt kann im Wert schwanken. Die langfristige Chance auf Rendite ist kein Versprechen für eine bestimmte Entwicklung. Wer Renditebeispiele vergleicht, sollte immer auf Annahmen, Kosten, Inflation und den Zeitpunkt der Auszahlung achten.

Was aus 10 Euro werden kann – und was nicht

Rein rechnerisch summiert sich die staatliche Förderung über zwölf Jahre auf 1.440 Euro. Das Bundesfinanzministerium zeigt in seinem Modell, dass daraus bei einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von 7 Prozent pro Jahr bis zur Volljährigkeit rund 2.200 Euro werden könnten. Ohne weitere Einzahlungen wären daraus bis zum 65. Lebensjahr rund 53.000 Euro möglich. Das sind jedoch nominale Modellwerte vor Inflation und vor der späteren Besteuerung – keine garantierten Beträge.

Monatliche Zuzahlung der ElternEinzahlungen bis 18Modellwert mit 18Modellwert mit 65
0 €1.440 €rund 2.200 €rund 53.000 €
10 €2.880 €rund 4.400 €rund 107.000 €
20 €4.320 €rund 6.600 €rund 160.000 €
50 €8.640 €rund 13.300 €rund 320.000 €

Tipp

Die Tabelle übernimmt die Modellannahme des Bundesfinanzministeriums: 7 Prozent durchschnittliche nominale Wertentwicklung pro Jahr, vor Inflation und späterer Besteuerung. Sie ist kein Versprechen. Mit dem Rechner unten können Sie unterschiedliche Sparraten und Renditeannahmen nachvollziehen.

Zinseszinsrechner

Berechnen Sie Ihr Vermögen nach 30 Jahren – nominal & inflationsbereinigt

Startkapital
0 €500.000 €
Monatliche Sparrate
0 €10.000 €
Jährliche Rendite (nominal)
6,0 %
1,0 %12,0 %
Inflationsrate
2,0 %
0,0 %8,0 %
Anlagezeitraum
30 Jahre
5 Jahre45 Jahre
📈

Realrendite: 3,92 % p. a. – das ist Ihre Rendite nach Abzug der Inflation (2,0 %). Ihr Kapital wächst real.

Eingezahlt

73.000 €

Zinsgewinne

128.460 €

Endvermögen

201.460 €

nominal

Kaufkraft heute

111.220 €

real (2,0 % Inflation)

🏆

Sie erreichen die 100.000 €-Marke! Mit der Regel der 72 verdoppelt sich Ihr Kapital alle 12 Jahre.

Jahr 0 (Alter 30)
Eingezahlt: 1.000 €
Zinsen: 0 €
Nominal: 1.000 €
Real (heute): 1.000 €
Start
Jahr 5 (Alter 35)
Eingezahlt: 13.000 €
Zinsen: 1.923 €
Nominal: 14.923 €
Real (heute): 13.516 €
J5
Jahr 10 (Alter 40)
Eingezahlt: 25.000 €
Zinsen: 8.704 €
Nominal: 33.704 €
Real (heute): 27.649 €
J10
Jahr 15 (Alter 45)
Eingezahlt: 37.000 €
Zinsen: 22.036 €
Nominal: 59.036 €
Real (heute): 43.864 €
J15
Jahr 20 (Alter 50)
Eingezahlt: 49.000 €
Zinsen: 44.205 €
Nominal: 93.205 €
Real (heute): 62.724 €
J20
Jahr 25 (Alter 55)
Eingezahlt: 61.000 €
Zinsen: 78.293 €
Nominal: 139.293 €
Real (heute): 84.904 €
J25
Jahr 30 (Alter 60)
Eingezahlt: 73.000 €
Zinsen: 128.460 €
Nominal: 201.460 €
Real (heute): 111.220 €
J30
Eingezahlt
Zinsgewinne
Realwert (Kaufkraft heute)

Hover über die Balken für Details

Diese Berechnung dient zur Veranschaulichung. Die Realrendite wird nach der Fisher-Formel berechnet: (1 + Nominalrendite) / (1 + Inflation) − 1. Steuern und Kosten sind nicht berücksichtigt. Historische Renditen des MSCI World: ca. 7–9 % p. a. (nominal). Historische Inflation in Deutschland: ca. 2–3 % p. a.

Können Eltern selbst Geld einzahlen?

Ja, freiwillige Zuzahlungen sind vorgesehen. Der Regierungsentwurf nennt eine Obergrenze von bis zu 6.840 Euro pro Jahr. Ob und in welcher Höhe eine Zuzahlung sinnvoll ist, hängt jedoch nicht allein von einer Projektion bis zum Rentenalter ab. Familien brauchen zuerst einen stabilen Alltagspuffer, einen passenden Versicherungsschutz und eine tragfähige Haushaltsplanung. Erst darüber hinaus kann langfristiges Sparen für Kinder ein Baustein sein.

  • Zuerst Reserve schaffen: Unerwartete Ausgaben sollten nicht über Kredit oder den langfristigen Vorsorgetopf finanziert werden müssen.
  • Fördermodell verstehen: Die Frühstartrente soll an die reformierte private Altersvorsorge anknüpfen. Vertragsbedingungen erst nach Verfügbarkeit vergleichen.
  • Kosten prüfen: Der geplante Kostendeckel von 1 Prozent ist wichtig – aber nicht der einzige Vergleichspunkt.
  • Anlagehorizont ernst nehmen: Geld, das vor dem Rentenalter für Ausbildung, Führerschein oder Studium gebraucht wird, gehört nicht in einen dauerhaft gebundenen Vorsorgevertrag.
  • Unterlagen aufbewahren: Informationen zum Förderanspruch, zum Anbieter und zu privaten Zuzahlungen sauber dokumentieren.

Welche Fragen sind noch offen?

Der Kabinettsbeschluss ist ein wichtiger Schritt, aber noch nicht der Endpunkt. Im parlamentarischen Verfahren kann sich der Gesetzestext ändern. Besonders aufmerksam sollten Familien auf die endgültigen Anspruchsvoraussetzungen, den konkreten Ablauf der Depoteröffnung, die Produktpalette, die Anlage der kollektiven Lösung und die Informationspflichten der Anbieter achten. Auch die Praxis wird zeigen müssen, wie einfach der Übergang vom Kinderdepot in die spätere private Altersvorsorge tatsächlich funktioniert.

Zahlen & Fakten

Was heute noch nicht möglich ist: Nach dem derzeitigen Stand können Eltern noch kein gefördertes Frühstartrenten-Depot eröffnen. Der Regierungsentwurf sieht einen Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens 2026 und einen Start 2027 vor. Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die schon jetzt mit einer „Frühstartrente“ werben und einen schnellen Abschluss verlangen.

Frühstartrente oder klassisches Kinderdepot?

Die Frühstartrente verfolgt einen klaren Zweck: Altersvorsorge. Das bedeutet nach dem Entwurf eine langfristige Bindung bis grundsätzlich zum 65. Lebensjahr. Ein frei verfügbares Kinderdepot kann dagegen andere Ziele abdecken – etwa Ausbildung, Studium oder den ersten Umzug. Welche Form grundsätzlich passt, hängt daher nicht nur von Renditechancen ab, sondern vor allem davon, wann das Geld gebraucht wird und wie flexibel es bleiben muss.

FrageGeplante FrühstartrenteFrei verfügbares Sparen für Kinder
ZweckAltersvorsorgeZum Beispiel Ausbildung, Studium oder Start ins Berufsleben
VerfügbarkeitGrundsätzlich erst ab 65 vorgesehenJe nach Anlageform flexibel verfügbar
Staatliche Förderung10 € monatlich nach den geplanten RegelnKeine Frühstartrentenförderung
MarktrisikoJa, kapitalgedecktAbhängig von der gewählten Anlage
Wichtige PrüfungGesetz, Kosten, VertragsbedingungenRisiko, Verfügbarkeit, Kosten und Eigentumsfrage
Die wichtigste Frage ist nicht nur: Wie hoch ist die Förderung? Sondern auch: Wofür soll das Geld später verfügbar sein?
Die wichtigste Frage ist nicht nur: Wie hoch ist die Förderung? Sondern auch: Wofür soll das Geld später verfügbar sein?

Checkliste: Was Eltern jetzt sinnvoll vorbereiten können

  • Gesetzesstand verfolgen: Prüfen Sie nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens die endgültigen Regeln auf offiziellen Seiten des Bundesfinanzministeriums und der Deutschen Rentenversicherung.
  • Keinen Zeitdruck erzeugen lassen: Vor dem tatsächlichen Start gibt es keinen Anlass, ein angeblich passendes Produkt überstürzt abzuschließen.
  • Familienziele trennen: Altersvorsorge, Ausbildungsbudget und Notfallreserve sollten unterschiedliche Töpfe bleiben.
  • Kosten und Produktlogik vergleichen: Achten Sie später nicht nur auf Renditeprognosen, sondern auch auf Kosten, Anlagerisiko und Flexibilität.
  • Bestehende Vorsorge mitdenken: Prüfen Sie, wie das neue Modell zu Ihren bereits bestehenden Verträgen und Sparzielen passt.

Fazit: Gute Idee, aber noch kein fertiges Produkt

Die Frühstartrente kann ein sinnvoller Impuls sein: Sie bringt Kinder früh mit langfristigem Vermögensaufbau in Berührung und erreicht nach den Plänen der Bundesregierung auch Familien, die kein eigenes Depot eröffnen. Die staatlichen 10 Euro im Monat ersetzen jedoch keine vollständige Altersvorsorge. Ihr größter Wert liegt im frühen Start und im langen Anlagehorizont. Für Eltern heißt das jetzt: informiert bleiben, nicht drängen lassen und erst nach dem finalen Gesetz und den tatsächlichen Vertragsbedingungen entscheiden.

Häufige Fragen zur Frühstartrente

FrühstartrenteFrühstart-RenteKinderAltersvorsorgeKinderdepotAltersvorsorgedepotstaatliche FörderungRente20262027

Artikel teilen

Welche Versicherungen brauchen Sie wirklich?

In nur 90 Sekunden erhalten Sie Ihre persoenliche, kostenlose Empfehlung – abgestimmt auf Ihre Lebenssituation.

Zum Bedarfscheck

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Mehr zu unserem KI-Einsatz →