Kaufen oder mieten: Was lohnt sich wirklich?
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Kaufen oder mieten: Was lohnt sich wirklich?

Die große Frage des deutschen Wohnungsmarkts – mit konkreten Zahlen, Rechenbeispielen und klaren Empfehlungen für verschiedene Lebenssituationen.

Baumgaertner Versicherungen 9. April 2026 Aktualisiert: 12. Oktober 2026 10 Min. LesezeitKI-unterstütztKI-TransparenzhinweisDieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.Mehr erfahren →
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Kaufen oder mieten – diese Frage beschäftigt Millionen Deutsche. Die Antwort hängt von Zinsen, Kaufpreisen, Eigenkapital und der persönlichen Lebenssituation ab. Dieser Ratgeber liefert Zahlen statt Bauchgefühl.

Kaufen oder mieten? Kaum eine Frage polarisiert in Deutschland so sehr. Die einen schwören auf das Eigenheim als sicherste Altersvorsorge, die anderen betonen die Flexibilität und Freiheit der Miete. Beide Seiten haben Argumente – und beide liegen manchmal falsch. Die Wahrheit ist: Es gibt keine universell richtige Antwort. Was sich lohnt, hängt von Zinsen, Kaufpreisen, Eigenkapital, Lebensplanung und dem lokalen Wohnungsmarkt ab. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die Entscheidung mit klarem Kopf zu treffen.

Die Grundrechnung: Was kostet Kaufen wirklich?

KI-generierte Editorialszene: Kaufnebenkosten werden bei einer Hausplanung anhand neutraler Unterlagen vorbereitet.
KI-generierte Editorialszene: Kaufnebenkosten werden bei einer Hausplanung anhand neutraler Unterlagen vorbereitet.

Der Kaufpreis einer Immobilie ist nur der Anfang. Hinzu kommen die sogenannten Kaufnebenkosten, die je nach Bundesland zwischen 9 und 15 % des Kaufpreises betragen können. In Baden-Württemberg beispielsweise: 5 % Grunderwerbsteuer, 1,5–2 % Notarkosten, 0,5 % Grundbucheintrag, ggf. 3,57 % Maklercourtage. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro bedeutet das Nebenkosten von 40.000–60.000 Euro – die vollständig aus Eigenkapital finanziert werden sollten, da Banken sie in der Regel nicht mitfinanzieren.

Wichtig zu wissen

Die Kaufnebenkosten werden von vielen Käufern unterschätzt. Wer 400.000 Euro für eine Immobilie zahlt, muss mit Gesamtkosten von 440.000–460.000 Euro rechnen. Diese Nebenkosten sind "verlorenes Geld" – sie bauen kein Eigenkapital auf und können nicht zurückgewonnen werden. Planen Sie mindestens 20 % Eigenkapital ein, davon mindestens die Nebenkosten aus eigenen Mitteln.

Die Mietpreisbremse und der Vergleich: Miete vs. Rate

KI-generierte Editorialszene: Ein Paar prüft gemeinsam eine Wohnung und vergleicht die Wohnsituation.
KI-generierte Editorialszene: Ein Paar prüft gemeinsam eine Wohnung und vergleicht die Wohnsituation.

Ein weit verbreiteter Irrtum: "Ich zahle lieber eine Kreditrate als Miete – das ist doch dasselbe." Ist es nicht. Die monatliche Kreditrate deckt nur einen Teil der tatsächlichen Wohnkosten beim Eigentum. Hinzu kommen: Grundsteuer (ca. 1.000–3.000 Euro/Jahr), Instandhaltungsrücklage (empfohlen: 1–1,5 % des Gebäudewertes pro Jahr), Hausverwaltung bei Eigentumswohnungen, Versicherungen (Gebäude, Elementarschäden). Bei einem Haus im Wert von 400.000 Euro bedeutet das realistisch 500–700 Euro monatliche Zusatzkosten über die Kreditrate hinaus.

Tipp

Vergleichen Sie nicht Miete mit Kreditrate, sondern Miete mit den gesamten monatlichen Eigentumskosten: Kreditrate + Grundsteuer + Instandhaltungsrücklage + Versicherungen. Erst dann ergibt der Vergleich Sinn. Als Faustregel gilt: Wenn die Gesamtkosten des Eigentums mehr als 30 % über der vergleichbaren Miete liegen, lohnt sich der Kauf finanziell meist nicht.

Der Kaufpreis-Miete-Multiplikator: Das wichtigste Kennzeichen

Der Kaufpreis-Miete-Multiplikator (auch "Vervielfältiger") zeigt auf einen Blick, ob eine Immobilie günstig oder teuer bewertet ist. Berechnen Sie Ihren persönlichen Multiplikator mit unserem interaktiven Rechner:

Kaufpreis-Miete-Rechner

Multiplikator, Mietrendite und monatliche Kosten im Vergleich

Ihre Angaben

Kaufpreis der Immobilie

Angebotspreis ohne Nebenkosten

€
50.000 €2.000.000 €
Monatliche Kaltmiete (vergleichbar)

Was würde eine vergleichbare Wohnung kosten?

€ / Monat
300 €5.000 €
Kaufnebenkosten

Grunderwerbsteuer, Notar, Makler

10 %
5 % (günstig)15 % (teuer)
Kaufpreis400.000 €
Nebenkosten (10 %)40.000 €
Gesamtkosten440.000 €

Ihre Ergebnisse

27.8
Fair
Kaufen bei langer Haltedauer
Multiplikator
27.8x
Jahresmieten
Nettomietrendite
3.3 %
p.a. (inkl. Nebenkosten)
Kreditrate (80 % Finanz.)
1.640 €
/ Monat (3,8 % / 30 J.)
Gesamtkosten Eigentum
2.140 €
/ Monat (Rate + Nebenk.)
Vergleich: Eigentum vs. Miete
Eigentum kostet 940 € / Monat mehr
+940 €
Miete
1.200 €
Eigentum
2.140 €

Hinweis: Kreditrate bei 80 % Finanzierung, 3,8 % Zins, 30 Jahre Laufzeit, 20 % Eigenkapital. Gesamtkosten inkl. Grundsteuer (0,3 %) und Instandhaltung (1,2 %). Keine Gewähr auf Vollständigkeit.

Der Kaufpreis-Miete-Multiplikator (auch "Vervielfältiger") zeigt, wie viele Jahresmieten eine Immobilie kostet. Berechnung: Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete. Ein Multiplikator von 20 gilt als günstig, 25 als fair, 30+ als teuer. In vielen deutschen Großstädten liegen die Multiplikatoren heute bei 30–40 oder mehr. Das bedeutet: Sie zahlen 30–40 Jahresmieten für eine Immobilie, die Sie in 30–40 Jahren abbezahlt haben – ohne Zinsen, Nebenkosten und Instandhaltung einzurechnen. In ländlichen Regionen und Mittelstädten wie Calw sind die Multiplikatoren oft deutlich günstiger (18–25).

  • Multiplikator unter 20: Kaufen lohnt sich in der Regel klar
  • Multiplikator 20–25: Kaufen ist attraktiv, wenn Eigenkapital vorhanden
  • Multiplikator 25–30: Kaufen lohnt sich nur bei langer Haltedauer (10+ Jahre)
  • Multiplikator 30–35: Mieten ist oft günstiger, Kauf nur bei starker Wertsteigerungserwartung
  • Multiplikator über 35: Kaufen ist finanziell kaum zu rechtfertigen (Großstadtlagen)

Kostenentwicklung: Mieten vs. Kaufen über 20 Jahre

Kumulative Gesamtkosten im Vergleich – passen Sie die Parameter an Ihre Situation an

Kaufpreis400.000 €
Kaltmiete / Monat1.200 €
Eigenkapital80.000 €
Zinssatz3.5 %
Mietsteigerung / Jahr2.0 %
Wertsteigerung / Jahr2.0 %
094k189k283k378k472kJahr 1Jahr 5Jahr 10Jahr 15Jahr 20
Kumulative Mietkosten
Kumulative Kaufkosten (inkl. Nebenkosten, Rate, Instandhaltung)
Fahren Sie mit der Maus über das Diagramm für Jahreswerte
Mietkosten (20 J.)
353.756 €
Kaufkosten (20 J.)
472.000 €
Immobilienwert
594.379 €
Restschuld
135.003 €
Mieten ist nach 20 Jahren günstiger: Die kumulierten Kaufkosten (472.000 €) übersteigen die Mietkosten (353.756 €) um 118.244 €. Passen Sie Zinssatz, Tilgung oder Eigenkapital an, um den Break-Even-Punkt zu verschieben.

* Kaufkosten inkl. ~10 % Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler), monatliche Rate, 1 % Instandhaltung p.a. Mietkosten ohne Nebenkosten. Keine Steuereffekte berücksichtigt. Rein illustrativ.

Wann Kaufen sich lohnt – und wann nicht

Kaufen lohnt sich, wenn Sie langfristig (mindestens 10 Jahre) an einem Ort bleiben möchten, ausreichend Eigenkapital haben (mindestens 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten), der Kaufpreis-Miete-Multiplikator unter 25 liegt, und die monatliche Belastung nicht mehr als 35 % des Nettoeinkommens beträgt. Mieten ist die bessere Wahl, wenn Sie beruflich oder privat flexibel bleiben müssen, das Eigenkapital fehlt, der lokale Markt überhitzt ist (Multiplikator über 30), oder wenn Sie das Kapital alternativ renditestarker anlegen können (ETF-Sparplan mit 7 % Rendite vs. Immobilie mit 3 % Wertsteigerung).

Tipp

Die "Opportunity Cost" vergessen viele: Wer 80.000 Euro Eigenkapital in eine Immobilie steckt, kann dieses Geld nicht mehr am Kapitalmarkt anlegen. Bei 7 % Rendite wären das nach 20 Jahren rund 310.000 Euro. Rechnen Sie also nicht nur die Mietkosten gegen die Kreditrate, sondern auch die entgangene Rendite des eingesetzten Eigenkapitals.

Eigenheim als Altersvorsorge: Der große Mythos

KI-generierte Editorialszene: Ein Paar plant die Wohnkosten und Liquidität für die spätere Lebensphase.
KI-generierte Editorialszene: Ein Paar plant die Wohnkosten und Liquidität für die spätere Lebensphase.

"Im Alter mietfrei wohnen" – das klingt verlockend und ist für viele das stärkste Argument fürs Eigenheim. Und tatsächlich: Wer sein Haus abbezahlt hat, spart im Alter die Miete. Aber: Das Eigenheim ist eine illiquide Anlage. Im Notfall können Sie nicht "ein Zimmer verkaufen". Instandhaltungskosten steigen mit dem Alter des Gebäudes. Und: Wer in einer zu großen Immobilie lebt, zahlt mehr Heizung, Grundsteuer und Instandhaltung als nötig. Ein ausgewogenes Altersvorsorge-Portfolio kombiniert Eigenheim mit liquiden Anlagen (ETF, Tagesgeld) – nicht alles auf eine Karte.

Wichtig zu wissen

Viele Eigenheimbesitzer sind im Alter "reich auf dem Papier, aber arm in der Tasche": Das Haus ist viel wert, aber das monatliche Einkommen reicht kaum. Planen Sie Ihre Altersvorsorge nicht ausschließlich über das Eigenheim – halten Sie immer auch liquide Reserven vor.

Sonderfall: Eigentumswohnung als Kapitalanlage

KI-generierte Editorialszene: Ein Vermieter prüft eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage.
KI-generierte Editorialszene: Ein Vermieter prüft eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

Wer eine Immobilie nicht selbst bewohnen, sondern vermieten möchte, rechnet anders. Entscheidend ist die Nettomietrendite: Jahreskaltmiete ÷ Gesamtkaufpreis (inkl. Nebenkosten) × 100. Eine Nettomietrendite von 4 % gilt als Mindestanforderung, 5–6 % als attraktiv. In vielen Großstädten liegt die Rendite heute unter 3 % – da sind ETFs oder andere Anlagen oft rentabler. Auf dem Land und in Mittelstädten sind 4–5 % noch realistisch.

Tipp

Als Vermieter kommen weitere Risiken hinzu: Mietausfall, Leerstand, Instandhaltungskosten, Mietnomaden, Mietrechtsstreitigkeiten. Kalkulieren Sie immer einen Puffer von 10–15 % der Jahreskaltmiete für diese Risiken ein. Eine Vermieter-Rechtsschutzversicherung und eine Mietausfallversicherung sind empfehlenswert.

Checkliste: Bin ich bereit für den Immobilienkauf?

  • Eigenkapital: Mindestens 20 % des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten vorhanden
  • Einkommen: Monatliche Gesamtbelastung unter 35 % des Nettoeinkommens
  • Stabilität: Mindestens 10 Jahre Bleibeperspektive am Ort
  • Markt: Kaufpreis-Miete-Multiplikator unter 25 geprüft
  • Puffer: 3–6 Monate Nettogehalt als liquide Reserve nach dem Kauf
  • Förderung: KfW-Programme und Landesförderung (L-Bank BW) geprüft
  • Beratung: Unabhängigen Finanzierungsberater konsultiert

Fazit

Kaufen oder mieten – es gibt keine universell richtige Antwort.

Das bedeutet konkret

Wer langfristig bleibt, ausreichend Eigenkapital hat und in einem Markt mit vernünftigen Multiplikatoren kauft, macht mit dem Eigenheim meist nichts falsch.

Wer flexibel bleiben muss, in einem überhitzten Markt kauft oder das Eigenkapital fehlt, ist mit Mieten und einer klugen Kapitalanlage oft besser beraten.

Lassen Sie sich individuell beraten – denn Ihre Situation ist einzigartig.

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